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Verhaltenstherapie bei sozialen Ängsten

Frau M., ledig, 26 Jahre, kommt in die verhaltenstherapeutische Praxis, weil sie sich seit etwa 10 Jahren davor fürchtet, in der Öffentlichkeit etwas zu essen oder zu trinken. Sie hat Angst, andere könnten bemerken, dass ihre Hände zittern und das wäre ihr sehr peinlich. Darüber hinaus berichtet sie über Schwierigkeiten, sich in einer Gruppe zu Wort zu melden, weil sie dann oft nicht wisse, was sie sagen solle bzw. Angst habe zu erröten. In Gesellschaft anderer fühle sie sich insgesamt sehr unsicher und schüchtern, und habe ständig Angst sich zu blamieren und von anderen negativ beurteilt bzw. kritisiert zu werden.

Zu Beginn der Therapie findet eine genaue Analyse jener Bedingungen, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung von sozialen Ängsten herangezogen werden können, statt. Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen wird gemeinsam mit dem Betroffenen ein Therapieplan erstellt, der, je nach Problemlage eher angst-/phobie- oder eher defizitorientiert sein kann.

Eine defizitorientierte Behandlung beinhaltet die Vermittlung sozialer Fertigkeiten (im Einzel- oder Gruppensetting). Soziale Fertigkeiten reichen von der Fähigkeit eigene Bedürfnisse, Gefühle, Einstellungen offen ausdrücken, angemessen durchsetzen und bei anderen wahrnehmen zu können, über das Zurückweisen von unberechtigter Kritik/Forderungen, dem Annehmen von Kritik/Forderungen, bis hin zum Aussprechen von Lob, Kritik/Forderungen. Kontakt herstellen, aufrechterhalten und beenden können, sich Fehler erlauben können und sich öffentlicher Beachtung aussetzen gehört ebenfalls zum Bereich sozialer Fertigkeiten. Die verschiedenen Bereiche werden gemeinsam erarbeitet und z.B. in Form von Rollenspielen geübt.

Im Zuge einer eher auf Angstbewältigung ausgerichteten Therapie kommen, wie auch bei anderen Angststörungen, sogenannte kognitive Verfahren und Konfrontationsverfahren zur Anwendung. Für die erwähnten Verfahren liegen die Erfolgsraten zwischen 60 und 80%.

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