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Verhaltenstherapie bei Drogensucht

Frau A., ledig, 24 Jahre, sucht im Anschluss an eine stationär durchgeführte Drogenentzugbehandlung zur weiterführenden ambulanten Psychotherapie einen Verhaltenstherapeuten auf. Die Klientin gibt an, seit ihrem 15. Lebensjahr verschiedene Drogen konsumiert zu haben. Am Beginn ihrer Drogensucht wäre Cannabis gestanden, zuletzt hätte sie Heroin und Kokain geschnupft; intravenös hätte sie niemals Drogen konsumiert. Wegen ihrer Drogensucht hätte sie auch ihr begonnenes Studium abgebrochen.

Am Beginn der Therapie wird eine Diagnostik und Verhaltensanalyse durchgeführt. Im Rahmen dieser Gespräche wird festgestellt, welche Droge hauptsächlich konsumiert wurde und ob ein schädlicher Gebrauch, ein Missbrauch oder eine Abhängigkeit vorliegt.

Im Rahmen einer genauen Verhaltensanalyse werden die Rahmenbedingungen für die Entstehung und die Aufrechterhaltung des Suchtverhaltens erarbeitet. Meist handelt es sich dabei um komplexe Prozesse, die kognitive, emotionale, physiologisch-somatische und verhaltenspsychologische Aspekte miteinbeziehen; ebenso spielen das Alter, soziale Bedingungen wie die Verfügbarkeit einer Droge und die Beurteilung des Drogenmissbrauches in der sozialen Bezugsgruppe, die sich aus einem Missbrauch ergebenden sozialen Konsequenzen sowie kulturelle Aspekte eine bedeutende Rolle. Erwartungen an die Wirkungen einer Droge sowie die Beobachtung von "positiven" Konsequenzen (u.a. Stressreduktion, Erhöhung von Selbstsicherheit und Selbstvertrauen, Kontakterleichterung) unter der Anwendung der Drogen beeinflussen maßgeblich das Suchtverhalten (insbesondere das Auftreten von Rückfällen).

Maßnahmen, die sich aus dem empirischen Wissen über das Störungsbild von Drogenabhängigen als therapeutisch sinnvoll darstellen sind

1. die Förderung der Therapiemotivation (u.a. Anwendung kognitiver Verfahren wie Erarbeitung und Bekräftigung positiver Konsequenzen und Erwartungen an die Therapie; Modifizierung "alter", drogenbezogener Überzeugungen; kognitives Neubenennen; Erarbeitung eines positiven Selbstkonzeptes),

2. die Rückfallsprävention (u.a. Identifikation und Vermeidung kritischer Situationen; Erarbeitung kognitiver Voraussetzungen zur Bewältigung kritischer Situationen; Erarbeitung von neuen Strategien nach möglichen Rückfällen) und

3. die Behandlung somatischer (u.a. chronische Hepatitis C, HIV-Infektion), emotionaler (u.a. ängstlich-depressiver Verstimmungen, vegetativer Symptome, Biorhythmusstörungen; innere Leere, Isolation; andere gleichzeitig vorhandene psychische Erkrankungen) und sozialer (u.a. Arbeits,- und Wohnsituation, Partnerschaft, Freizeit) Störungen.

Die Langzeitergebnisse bei der kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung von drogenabhängigen Patienten liegen zwischen 30 und 80%.

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