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Ein neuer Weg: Verhaltensmedizin

Die direkte Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen - PsychologInnen, ÄrztInnen, VerhaltenstherapeutInnen etc. in der Erforschung und Behandlung körperlicher oder psychosomatischer Beschwerden bringt ausgezeichnete Erfolge und setzt sich seit mehr als 20 Jahren auch im deutschsprachigen Raum durch.

Die Verhaltensmedizin als interdisziplinäres Forschungs- und Anwendungsgebiet beschäftigt sich mit den psychologischen, biologischen und sozialen Bedingungen akuter und chronischer körperlicher (aber auch psychischer) Erkrankungen. Die Aufgabengebiete erstrecken sich von der Prävention über die Diagnostik und Behandlung bis hin zur Rehabilitation.

Der verhaltensmedizinische Ansatz ermöglicht ein patientengerechtes Vorgehen, wobei eine sehr individuelle Abstimmung der therapeutischen Aktivitäten auf die biopsychosozialen Zusammenhänge der unterschiedlichen Krankheiten vorgenommen wird. Es gibt keine einheitliche Intervention, sondern sie wird jeweils maßgeschneidert.

Anwendungsgebiete der Verhaltensmedizin Krankheitsgebiete die (bisher) - mit deutlich größerem Erfolg als mit medizinischen Heilmethoden alleine - nach verhaltensmedizinischen Grundsätzen behandelbar sind:
Schmerz (Kopfschmerz, Rückenschmerz, Phantomschmerz,...), kardiovaskuläre Störungen (Hypertonie, Myocardinfarkt) Asthma bronchiale, Gastrointestinalstörungen, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, nephrologische Störungen, gynäkologische Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates, Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen, Neurologische und einige psychiatrische Störungen (z. B.: Hyperventilationssyndrom, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen nach cerebralen Erkrankungen), Minimale cerebrale Dysfunktionen, Hauterkrankungen (Herpes, Psoriasis, Sklerodermie), Bruxismus, männliche Sterilität, Hirnschädigungen usw.

Ziele der Verhaltensmedizin:

1. Identifizierung und Bearbeitung von (nicht bewussten) dysfunktionalen kognitiven Verarbeitungsschemata (sog. automatische Gedanken, wie z. B.: "das schaffe ich nie, ich kann es keinem recht machen, ich bin ein Versager,..."), die auch die emotionalen und körperlichen Reaktionen und die problematischen Verhaltensmuster steuern.

2. Veränderung krankheitsfördernder Lebensgewohnheiten.

3. Verbesserung der Kooperation.
Aufbau einer adäquaten Krankheitsbewältigung (Coping), um die Krankheitsfolgen zu mildern. Unter Coping versteht man die Bewältigungsmöglichkeiten einer Person auf intrapsychischer (emotionaler oder kognitiver) Ebene bzw. die Möglichkeit durch zielgerichtetes Handeln bereits eingetretene oder erwartete Belastungen erfolgreich zu bewältigen.

5. Therapeutische Veränderungen von Verhalten, welches selbst die Störung darstellt (z. B.: bei Essstörungen), sowie Veränderungen von physiologischen Reaktionen (z. B.: durch Biofeedback).

6. Prävention von Krankheiten und Förderung von Gesundheitsverhalten.

7. Veränderung von professionellem Verhalten im medizinischen System, etwa zur Verbesserung der Arzt-Patient-Interaktion.

Bei diesen, auf das jeweilige Problem des Patienten abgestimmten Maßnahmen geht es also um die Beeinflussung kognitiver, emotionaler und motorischer Prozesse (psychologische Person-Variable), der Umweltbedingungen sowie biologisch-physiologischer Prozesse (und somit auch z. B.: autonomer Prozesse oder endokriner und immunologischer Reaktionen).

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